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Anforderungen an den Hund

Grundsätzlich kann jeder Hund trailen, und zwar unabhängig von Rasse und Alter. Das Training kann dem Hund problemlos angepasst werden. Dennoch bitten wir nachfolgende Dinge zu berücksichtigen.


Einschränkungen:

Hunde mit Einschränkungen ihres Bewegungsapparates (HD, Arthrose, etc.) können trotzdem durch das Mantrailing auslastend, aber zugleich schonend beschäftigt werden.


Fehlender Rückruf:

Da das Trailen grundsätzlich angeleint erfolgt, ist es auch für Hunde geeignet, die im Freilauf ohne Leine unkontrollierbar sind, weglaufen und/oder sehr jagdlich motiviert sind. Dennoch sollte der Halter im Alltag dafür sorgen, dass der Hund eine gute Grunderziehung erhält (siehe auch Jagdverhalten).


Frustrationstoleranz:

Der Hund lernt mit Frust umzugehen (z.B. wenn er falsch läuft). Dadurch steigt die Frustrationstoleranz, was sich auch im Alltag bemerkbar macht.. Der Hund kann Dinge, die ihm Frust bedeuten emotional besser verarbeiten, ohne Fehlverhalten zu entwickeln.

Dies alles gilt im Übrigen auch für den Hundehalter! Auch dieser gewinnt an Selbstvertrauen, lernt mit Frust (Misserfolg) umzugehen, nicht aufzugeben, Problemstellungen zusammen mit seinem Hund zu lösen und hat damit letztendlich auch positive Erlebnisse.


Jagdverhalten:

Wir empfehlen dir deinem Hund im Alltag sein Jagdverhalten zu unterbinden. Lässt du ihn zum Beispiel auf dem Spaziergang Wildspuren verfolgen, ist das Risiko groß, dass er dies auch beim Trailen tun wird, vor allem dann, wenn er in Schwierigkeiten gerät. Dieses Verhalten nennt man übrigens Übersprunghandlung.


Läufige Hündinnen:

Auch läufige Hündinnen dürfen bei uns trailen. Allerdings solltest du es uns sagen, dass deine Hündin läufig ist. Sie wird dann am Ende der Trailingseinheit getrailt oder „speziell" zur Ablenkung auf dem Trail für erfahrene Hunde eingesetzt.


Mitnahme im fremden Auto:

Die Mitnahme von nicht motorisierten Hundehaltern durch andere Teams ist nur „bedingt" möglich, da sich Mittrailer finden müssen, die euch in ihre Rudelsituation in ihrem Fahrzeug integrieren können.

Hinzu kommt, dass die Hunde allein im Auto bleiben müssen können. Das setzt ein gewisses Sozialverhalten der Hunde untereinander voraus und auch Vertrauen dem fremden Hund gegenüber. Schließlich möchte niemand ein völlig zerfetztes Autoinnenleben haben, wenn er vom Trailen zurück kommt…


Mitnahme beim Trail:

In der Regel trailen wir aus dem Auto heraus. D.h., während ein Hund dran ist, warten die anderen Hunde im Auto [Anmerkung: im Hochsommer bleibt immer jmd. bei den offenen Wagen]. Abweichungen hiervon, z.B. bei langen Rundwegen etc. werden entsprechend angekündigt.! Jeder teilnehmende Hund sollte in der Lage sein a-) allein im Auto zu bleiben und b.) an der kurzen Leine in der Gruppe mit entsprechendem Individualabstand spazieren zu gehen.


Unruhige Hunde:

Unruhige Hunde lernen beim Mantrailing Impulskontrolle. Es wechseln Zeiten gesteigerter, kontrollierter, zielgerichteter Aktivität mit Zeiten der Ruhe und des ruhigen Wartens. Viele Hunde können dies am Anfang nicht und lernen es erst im Laufe des Trainings.


Unsichere Hunde:

Ängstliche und unsichere Hunde gewinnen durch das Trailen an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Sie lernen ein Ziel zu verfolgen, mit Frust umzugehen, nicht aufzugeben, nicht auszuweichen, sondern voran zu gehen, bis sie die aufzuspürende Person gefunden haben.

Mantrailing ersetzt jedoch keinesfalls eine Verhaltenstherapie bei einem kompetenten Trainer!


Unverträglichkeit:  

Sozialunverträgliche Hunde (Mensch und/oder Hund gegenüber) sind ebenfalls willkommen! Das Trailen kann als eine Art Therapie ermöglichen, dass der Hund durch das Eintauchen in die ihm eigene Geruchswelt, die ihm problematischen Situationen immer mehr ausblendet. Dieses kann durchaus bei der Sozialisierung unterstützend wirken. 

Allerdings bedarf dies einer vorherigen Information an die Admins dieser Seite und der Hund „muss" an einen Maulkorb gewöhnt sein, damit niemanden etwas passieren kann.