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Allgemeines

Was heißt Mantrailing?

Die englische Übersetzung lautet man = "Mensch" und trail = "verfolgen".


Warum Mantrailing?

Das Trailen mit unseren Hunden dient der reinen Beschäftigung und soll in erster Linie Spaß machen! Jegliche Form der Nasenarbeit, ob Fährte, Futterdummy oder auch Mantrailing ist für den Hund die artgerechteste Form der Auslastung, die ein Halter seinem Hund bieten kann.

Nasenarbeit macht dem Hund Spaß, sie schult zudem seine Konzentrationsfähigkeit und fördert sein Selbstbewusstsein.


Geruch:

Beim Mantrailing wird ein Geruchsträger mit dem Individualgeruch der zu suchenden Zielperson verwendet, um den Hund auf die Spur anzusetzen. Die Qualität des Geruchsträgers ist entscheidend für den Verlauf der Suche.

Der Individualgeruch entsteht durch den Abbau von Körperzellen, die der Mensch täglich zu Millionen verliert. Er ist nicht mit dem Körpergeruch zu verwechseln, der z.B. durch mangelnde Hygiene entsteht.

Durch den Zersetzungsprozess von Bakterien entsteht der einzigartige Individual-geruch ähnlich einem eindeutigen Fingerabdruck. Bestimmte Nahrungsmittel, Körperpflegemittel oder auch Krankheiten haben einen gewissen Einfluss auf diesen individuellen Geruch des Menschen.

Tote Körperzellen werden fortlaufend vom Körper abgestoßen und im warmen Luftstrom entlang am Körper nach oben getragen. Anschließend fallen diese auf den Boden und legen so eine Geruchsspur. Wind, Temperatur, Regen und Zeit aber auch die Bodenbeschaffenheit sind Faktoren, die diese so entstehende Geruchsspur beeinflussen. Jeder Mensch verliert somit stetig eine absolut individuelle Spur, die ein gut ausgebildeter Mantrailing Hund auch verfolgen kann, auch wenn diese bereits mehrere Tage alt ist.

Der Hund sucht hierbei "den einen Menschen" nach dessen individuellen Geruch, den er mit Hilfe eines Geruchsartikels z.B ein Kleidungsstück, Schlüsselbund, Zahnbürste, Taschentuch etc. aufnimmt und weiterverfolgt. Dieser Geruch ist einmalig und einzigartig, denn jeder Mensch hat seinen eigenen individuellen Geruch!

Der Hund benötigt bei seiner Suche keine Bodenverletzungen (niedergetretenes Gras wie bei der Fährtenarbeit) als Unterstützung und ist somit in der Lage, die Spur über die verschiedensten Bodenarten (u.a. Waldboden, Wiese, Schotter, Asphalt etc.) zu verfolgen.


Alter des Hundes:  

Für das Mantrailing gibt es kein zu früh oder kein zu spät. Bereits ein 9 Wochen alter Welpe lernt von Beginn an seine Nase einzusetzen. Aber auch ein 12 jähriger Seniorhund hat noch Spaß an der Nasenarbeit.

Es hängt von der Erfahrung des Hundehalters ab, ob er sich und seinen Welpen neben den wichtigen Dingen - wie z.B. Alltag, Ruhe, Bindung, Rückruf, ordentlich an der Leine gehen, Sozialverhalten Mensch und Hund - mit dem Mantrailen beschäftigen kann. In der Regel ist für uns das beste Hundealter ab 1,5 – 2 Jahren.


Geeignete Rassen:

Wie bei allen Hundesportaktivitäten gibt es Rassen, die sich grundsätzlich besser eignen, als andere. Schweißhunde- sowie die meisten Jagdgebrauchshunderassen sind oft leidenschaftlich dabei. Ihre Welt wird durch ihre Nase bestimmt und das Mantrailing gibt ihnen die Gelegenheit ihr Talent zu entfalten. Auch Hunde aus Arbeitslinien sind überaus zielorientiert und bringen gute Voraussetzungen für ausdauernde Suchen mit.

Lass dich aber davon nicht abschrecken. Letztlich ist es wichtig, wieviel Freude ihr als Team beim Mantrailen gemeinsam habt und dafür ist die Rasse überhaupt gar kein Kriterium!


Belohnung:

Was beim Trailen nicht fehlen darf, ist die Belohnung für den Hund. Diese kann aus Futter oder z.B. auch Spielzeug bestehen. Wichtig hierbei jedoch ist, dass es der Hund auch als Belohnung empfindet und diese ihn motiviert zu arbeiten. Futter sollte möglichst hochwertig und feucht oder mit Flüssigkeit versetzt sein (z.B. Fleisch, Joghurt oder hochwertiges Nassfutter), da beim Riechen die Schleimhaut stark beansprucht wird und austrocknet.

Anmerkung: den Findewillen z.B. eines Malinois durch eine Ball-Belohnung zu erhöhen ist extrem einfach! Diese triebstarken Hunde würden „alles" für das Spiel machen (und jedes Futter dafür vernachlässigen!). Allerdings ist diese Art der Belohnung langfristig (und für den Alltag) nicht zu gebrauchen, da es den Hund innerhalb kurzer Zeit in eine so hohe Reizlage bringt, dass er nicht mehr in der Lage ist „zu zuhören".

Erfahrungsgemäß hat sich als Trailbelohnung immer das Futter bestätigt, welches der Hund sehr gerne mag, aber ansonsten im Alltag nicht bekommt! Das könnte z.B. Würstchen, Käse, Frischfleisch, Nudel mit Soße, Sahne, Jogurt Thunfisch mit Reis oder Katzenfeuchtfutter sein… individuell, je nachdem was der eigene Hund liebt.

Bitte berücksichtige auch, dass die Belohnung in kleinen wiederverschließbaren Tupperdosen aufbewahrt werden sollte. Zum einen, weil der Hund das Futter nicht bereits auf Entfernung riechen sollte und zum anderen, dass die Versteckperson nach dem Trail nicht selbst wie ein Würstchen/ Fisch duftet.☺

Kleine Tupperdose heißt einmalige Belohnung, sprich der Hund darf auf einmal alles aufessen! D.h. aber nicht, dass die Ration groß sein sollte! Es geht beim trailen nicht um die Futtermenge, sondern um die Bestätigung für die getane Arbeit!


Wasser für den Hund:

Mantrailing ist Hochleistungssport für den Hund. Bis zu 300 Atemstöße vollführt der Hund pro Minute dabei. Dadurch trocknen die Schleimhäute sehr schnell aus und die Riechleistung verringert sich. Aus diesem Grund bieten wir unseren Hunden vor, während und nach dem trailen Wasser an.

Manche Hunde trinken nicht so gerne… Beim Trailen ist die Schleimhautbefeuchtung jedoch sehr wichtig! Ein Schuss Milch oder Würstchenwasser in das Hundewasser führt oftmals dazu, dass der Hund das Wasser eher annimmt.


Geschirr:

Zum Trailen benötigt man ein gut sitzendes Brustgeschirr für den Hund, welches sich deutlich in Form und Beschaffenheit vom eventuell im Alltag getragenen Geschirr unterscheidet. So hat der Hund die beste Möglichkeit, sein Geschirr mit der eigentlichen Trailsituation zu verknüpfen. Das Geschirr sollte auch auf Zug gut am Hund sitzen. Der Schwerpunkt, dort wo die Karabiner eingeklinkt wird, sollte im mittleren Rückenbereich liegen. Das Geschirr sollte weder verrutschen, noch einschneiden.


Halsband:

Viele Hunde sind sehr motiviert, die verschwundene Person zu finden. Sie legen sich deshalb ordentlich ins Zeug. Ein Halsband würde die Halswirbelsäule der Hunde durch das Ziehen stark belasten und andererseits würde durch das Abschnüren im Halsbereich die Riechleistung sinken und das Absenken des Kopfes erschwert werden.

Dennoch sollte der Hund ein Halsband tragen! Immer dann, wenn der Hund auf das Halsband umgeschnallt wird, übernimmt nämlich der Halter die Führung.


Schleppleine:

Als geeignet haben sich Leinen mit einer durchschnittlichen Länge von 5 Metern bis 7 Metern erwiesen. Das Material spielt hierbei ebenfalls eine große Rolle. Leder oder Biothane haben erfahrungsgemäß die besten Eigenschaften. Dabei ist Leder bei der Führung etwas weicher, da es nachgibt, allerdings kann es bei sehr feuchtem Wetter auch schwer werden. Biothane ist ein sehr robustes Material, welches jedoch nicht nachgibt und wenig Fehler beim Leinenhandling verzeiht! Weniger geeignet sind Stoff- oder Nylonleinen da diese z.T. stark bremsend wirken und bei Nässe an Funktionalität verlieren.

Dieses muss individuell ausprobiert werden. Sicher könnt ihr euch bei den anderen Mittrailern ihre Leinen einmal ausleihen, um zu testen, was für euch passt.


Zeit:

Jeder interessierte Hundehalter sollte sich im Klaren darüber sein, das die Beschäftigung des Mantrailens eine intensive Zeit in Anspruch nimmt und mit Fahrzeiten verbunden ist. Man muss also flexibel sein und ein Auto haben, da wir uns immer an unterschiedlichen Plätzen treffen.

Wir sind für dich und deinen Hund als Versteckperson, als Verleitperson und als Flanker tätig, während unsere Hund im Auto warten. Genau dasselbe erwarten wir daher auch von dir. Du solltest also ein Teamplayer sein!

Wenn du deinen Hund nur kurz beschäftigen möchtest, ohne für die Gruppe da zu sein… bist du bei uns fehl am Platz und wir werden dich nicht als Gruppenmitglied akzeptieren.

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